Herbstferien: Zu Besuch in der Tischlerei

Mitteilung vom 27.10.2018, Lothar Kirchner

Zwanzig Minuten Fußweg liegen hinter den Kinder der Herbstferienbetreuung 2018 in der Ludgerischule. Noch etwas außer Atem, aber voller Neugierde betreten die Kinder in Begleiter der beiden OGS-Betreuerinnen Maria Jannevers und Valentina Frei die Tischlerei. Karin Rotte von der Tischlerei Rotte in Selm begrüßt die Kinder mit der Frage: „Wer von euch weiß denn, was in einer Tischlerei hergestellt wird“? „Tische“, kommt spontan die Antwort. Soweit so gut, aber wirklich nur Tische?

Nach etwas Nachdenken gibt es weitere Antworten: Bänke? Stühle? Schränke? Betten? Schnell haben die Kinder realisiert, dass das ganze wohl mit Holz zu tun haben muss. Dann aber kommt eine Antwort, die alle vom Stuhl haut: „Handyrahmen“! Die Erklärung hängt an der Wand: Ein Holzrahmen, der ein Display für die interne Steuerung der Tischlerei umrandet! So denken Kinder von heute.

Nach so viel Kreativität geht es nun ab in die Werkstatt, aber bitte ruhig, in Zweierreihen und auf keinen Fall dürfen die Maschinen angefasst werden. Die sind nämlich nicht so GANZ ungefährlich – selbst die beiden Auszubildenden dürfen das erst ab dem zweiten Lehrjahr! Die Werkstatt empfängt die Kinder mit dem typischen Geruchsmix aus Holz, Leim und Lasur und natürlich dem Geräuschpegel von Sägen und anderen Maschinen.

Karin Rotte schlägt vor, dass die Kinder sich zunächst mit dem Werkstoff Holz vertraut machen. Aus Kisten mit Holzresten dürfen sich die Kinder alle möglichen Stücke raussuchen und auf einer Holzplatte zu einem persönlichen Kunstwerk drapieren. Dann wird es doch arg laut und die Kinder bekommen lustig bunte Gehörstöpsel. Das Anbringen der Stöpsel ist dann nicht immer GANZ einfach, aber mit entsprechender Hilfe sind alle für den Rundgang geschützt.

Das Holz wird meistens in großen Platten zur Tischlerei geliefert, die am Anfang auf das entsprechende Maß zurechtgeschnitten werden. Gordon Bittner erklärt den Kindern die computergestützte Maschine, die dann die Holzplatten weiter bearbeitet, indem sie auf das rechte Maß geschnitten und zum Beispiel gebohrt werden. Da kommt dann auch der digitale Ansatz der Kinder mit der Handy-Antwort zum Tragen.

In der nächsten Station zeigt Frank Wilken die Oberflächenbehandlung mit Lacken und Lasuren. Dazu braucht er einen Atemschutz und eine entsprechende Schutzkleidung. Von Schreinermeister Dietmar Bördeling wird gerade ein TV-Fernsehschrank zusammen gebaut, den ein Kunde individuell bestellt hat. GANZ viele Klemmen halten die Konstruktion zusammen, denn der Kleber braucht je nach Beanspruchung zwischen zehn Minuten und einer ganzen Nacht Zeit zum Austrocknen.

Damit soll es zunächst genug sein mit der Besichtigung und die Kinder gestalten selber ihre angefangenen Holzkunstwerke weiter. Auf dem Weg zu den beiden Arbeitstischen kommen sie an einem GANZ alt aussehenden Baumstamm vorbei. „Das ist eine tausende von Jahren alte Mooreiche, die wir bearbeitet und mit Harz aufgefüllt haben“, erklärt Karin Rotte. Faszinierend finden das nicht nur die Kinder. Der Baumstamm kann demnächst als Tresen oder Bank dienen.

Mit alten T-Shirts, Hemden und Mülltüten geschützt beginnen die Kinder nun, ihre angefangenen Arbeiten zu vollenden und mit Leim zu befestigen. Schweren Herzens können sie sich damit abfinden, dass sie ihre Kunstwerke nicht gleich mit nach Hause nehmen können. Aber sie haben ja gelernt: Leim muss trocknen. Mit Namen versehen bleiben die Kunstwerke – Häuser, Hochhauslandschaften, Weihnachtsschlitten und… – über Nacht in der Schreinerei und werden dann gut gefestigt am nächsten Tag abgeholt.

Und am nächsten Tag ist dann auch schon die Herbstferienbetreuung fast zu Ende. Aber nicht so GANZ, denn zunächst werden noch bei „Spielen und Träumen“ passend zur Jahreszeit Kerzen gestaltet. Nächste Woche geht es wieder in den normalen Schulalltag. Aber die Weihnachtsferien sind ja schon fast zu sehen…


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27.10.2018 – Tischlerei Rotte, Selm
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